Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V.HOG Groß-Alisch e.V.                                                                                                                                                  

 

 

 

 

 

Rundbrief im Advent 2011

 

Liebe Mitglieder und Freunde  der Heimatortsgemeinschaft Groß-Alisch,

unter den zahlreichen Briefen, die Sie in der Vorweihnachtszeit erhalten, soll unser Rundbrief im Advent  Ihnen das Gefühl geben, dass die Groß-Alischer Gemeinschaft durch ihre vielfältige Tätigkeit lebt und Sie nicht vergessen hat.

Gerne erinnern wir uns an das letzte Treffen der Groß-Alischer in Nürnberg, an die Begrüßung durch Pfarrer Georg Schaser in der Emmaus-Kirche im Groß-Alischer Dialekt und an den anschließenden Gottesdienst wie zu Hause. Leider war die Beteiligung an dem Treffen geringer als in den vergangenen Jahren, obwohl ein neuer Vorstand für die nächsten vier Jahre gewählt und die Beschlüsse für die weitere Tätigkeit der HOG abgestimmt wurden. Auf unserer Homepage www.gross-alisch.de können Sie die Berichte und die vielen Bilder einsehen.

Der bereits im letzten Rundbrief angekündigte Leuchtergottesdienst „bam Lichter sanjen“, findet am 17. Dezember 2011, 15.00 Uhr in der Stephanuskirche in Nürnberg-Gebersdorf statt. Pfarrer Georg Schaser hat sich bereit erklärt, den Gottesdienst gemeinsam mit uns zu gestalten. Dazu möchten wir Sie alle – vor allem die Kinder, die wie in Alisch ein Päckchen erhalten werden - herzlich einladen. Anschließend treffen wir uns im nahegelegenen „Bürgertreff“ bei Kaffee, Tee und Kuchen. Gebäck bitte selber mitbringen.

Sehr glücklich sind wir über die Instandsetzung der Turmuhr in Groß-Alisch. Nach 62 Jahren schlägt sie nun wieder jede Stunde, das Schulglöckchen läutet pünktlich um 7.45 Uhr und die neue Holzpuppe hat ihre Tätigkeit wieder aufgenommen. Dank Prof. Christian Ottos Tätigkeit und die seiner Studenten von der Hochschule aus Dresden tut das 270 Jahre alte Uhrwerk wieder seinen Dienst. Auch die Sonnenuhr an der Südwand des Kirchengebäudes wurde restauriert. Es ist ein wahres Kunstwerk. Der Friedhof hat eine neue Eingangspforte und ein neues Einfahrtstor und die Tornaz erstrahlt in neuem Glanz. Das Gesamtbild des Friedhofes ist dank des Einsatzes von Elfriede Hermann lobenswert. An „Heilig Abend“ kann die kleine Kirchengemeinde in Groß-Alisch zusammen mit ihrer Pfarrerin, Agnes Köber, kleine Geschenke für jedes Kind und für die bedürftigen Erwachsenen austeilen. Ein großer Tannenbaum für die Kirche wird vom Bürgermeister gespendet.

Liebe Landsleute und liebe Freunde, nur mit Ihrer Hilfe – durch Beiträge und Spenden - haben wir alle diese Vorhaben in die Tat umsetzen können. Dafür danken wir Ihnen herzlich.

Mit Wehmut denken wir an die Verstorbenen aus unseren Reihen, die wir an diesem Christtag sehr vermissen werden. Wir spenden Trost den Hinterbliebenen und bieten unsere Hilfe den Leidenden und Alleingebliebenen an.

Mit dem Wunsch, dass dieses Weihnachtsfest ein gesegnetes und friedvolles wird und das neue Jahr uns in Gesundheit und Frieden wieder zusammenführt, grüßt Sie herzlich auch im Namen des Vorstandes

Wilhelm Paul

HOG Groß-Alisch, Rhönstraße 39, 91056 Erlangen  

 

 

15. Heimattreffen der HOG Groß-Alisch in Nürnberg Gartenstadt , 30.04.2011

Gott sei es gedankt ! Er erfreute und beglückte die Teilnehmer am 15. Heimattreffen mit herrlichem Wetter. Mit Sonnenschein im Herzen, viel Freude und guter Laune im Gepäck, kamen die Groß- Alischer aus allen Himmelsrichtungen, nach Nürnberg Gartenstadt. Viele hatten die letzten 2 Jahre, diesem Moment entgegengefiebert und gehofft, Kameraden, Freunde, Bekannte, langjährige Weggefährten hier begrüßen zu können. An allen Ecken und Enden Wiedersehensfreude, Freudetränen, Glücksgefühle.
Oh ja ! So wie jedes mal ? Nein, nein, nein...
Das altersbedingte Fernbleiben einer immer größeren Zahl lieber Menschen, aus den Reihen einer, von Jahr zu Jahr älter werdenden Generation, die den jüngeren Generationen als gutes Vorbild voranschritt und in deren Wunschvorstellungen, auch weiterhin voranschreiten sollte, lässt einen Hauch von Traurigkeit aufkommen, so manches Auge feucht schimmern. Eigene Gebrechlichkeiten erinnern an unsere Vergänglichkeit. Voller Zuversicht und Hoffnung geht man gemeinsam durch das einladende Portal der Emmauskirche zum 

Gottesdienst mit Pfarrer Georg Schaser. 

Es war nicht zu übersehen, durch seine Aussprache in gutem Groß-Alischer Dialekt, auch nicht zu überhören, nach seiner wunderbaren Predigt, auch deutlich zu spüren, dieser Pfarrer ist und bleibt einer von uns. Nah den Menschen bei denen und mit denen er aufwuchs und seine schönsten Kinder- und Jugendjahre verbrachte. „ Großer Gott wir loben Dich „ klang es beherzt aus knapp 100 Kehlen. Auch wenn wir an vollere Kirchen gewohnt waren, überwog die Freude hier sein zu dürfen und zu können, die frohe Osterbotschaft noch mal zu hören. Im Evangelium Johannes 20, erscheint Jesus seinen Jüngern und kommt später extra für Thomas wieder, um auch den Zweifler zu überzeugen.Glauben heißt, Jesus vertrauen, auf sein Wort bauen, ohne seine Wundmale zu sehen.Pfarrer Schaser durchleuchtet in seiner Predigt, einen Text aus Jesaja 40 „ Gott gibt Kraft zum Durchhalten „ dort heißt es:  „ Ihr Israeliten, Nachkommen Jakobs, warum klagt ihr :  Der Herr kümmert sich nicht um uns, unser Gott lässt es zu, dass uns Unrecht geschieht „ Er macht uns begreiflich, dass Gott die ganze Erde geschaffen hat und diese für alle Zeiten regiert, seine Weisheit ist tief und unerschöpflich. Wir Menschen kommen mit unserem Tun und Denken sehr schnell an unsere Grenzen, sehen die Dinge aus unser eigenen, engen und begrenzten Perspektive, haben unsere eigenen Vorstellungen, Sehnsüchte und Wünsche. Gott hat und behält die Übersicht, kennt unsere wahren Bedürfnisse, schenkt uns immer wieder neue Kraft. Sein vortreffliches Beispiel mit dem Groß- Alischer Kind, dass den heimkehrenden Vater in ihren Vorstellungen und vielleicht auch Träumen anders gesehen hat, war sehr einleuchtend. Sie war anfangs von seiner Statur etwas enttäuscht. In ihren Augen musste er größer sein wie der „ Keneng  Piter „ , der größte Mann im Dorf. Dann kam er auf die Frage, wie jeder einzelne sich Deutschland, die neue Heimat vorgestellt hat? Sprach man nicht auch noch lange nach dem Krieg vom „ Reich „, dachte man dabei nicht an das „ Schlaraffenland „ , an ein Land in dem Wein und Honig fließt ? Waren nicht die meisten von uns etwas enttäuscht von der Realität ?. Wir haben lange gebraucht uns einigermaßen anzupassen, einzuleben, zurechtzufinden. Erst mussten wir aber begreifen und uns eingestehen „ es ist nicht alles Gold was glänzt „ und dass wir in vielen Bereichen auf Rat und Hilfe anderer angewiesen waren. Wie sollte das ganz ohne Vertrauen, ohne göttliche Hilfe gegangen sein. Da hilft uns Vers 31 des Predigtextes mit Sicherheit auch in Zukunft alle Probleme zu meistern. „ Aber alle die auf den Herrn vertrauen, bekommen immer wieder neue Kraft, es wachsen ihnen Flügel wie dem Adler. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und brechen nicht zusammen.„  Die von Pfarrer Georg Schaser ins Leben gerufene „ Goldene Konfirmation „ fand auch diesmal für die Jahrgänge 1946-1947 , mit nur 6 Konfirmanden, statt.Beim Gedenken an die Verstorbenen der letzten 2 Jahre, schien die Liste unendlich, 33 liebe Menschen haben uns für immer verlassen. Beim Verlesen der Namen, wurde einem richtig bewusst, ihre Plätze in der Kirche sind und bleiben leider leer, die Kirche wird sich mehr und mehr leeren. Eine letzte Ehrerweisung für die Verstorbenen, brachte der Posaunenchor. Beim anschließenden Abendmahl an dem alle teilnahmen, berief Pfarrer Schaser, Helmut Homm als Austeilhelfer.Mit dem Ausgangslied „ Lass mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr „ ging man zuversichtlich aus der Kirche, Richtung Gesellschaftshaus.  

  Fotos Gottesdienst

 

Im Gesellschaftshaus

Der gewohnt herzliche Empfang und Begrüßung. Mit dem Groß- Alischer Wappen- Abzeichen an der Brust, ging es in den Saal, in eine gemütlich, lockere, einladend wirkende Atmosphäre. Die Handschrift des neuen Pächters, Konstantinos Karanikos, der die Eintretenden, zusammen mit seinem in Schale geworfenen Bedienungsstabes, begrüßte und willkommen hieß, war eindeutig zu erkennen. Das neue Erscheinungsbild, mit neuer Einrichtung, den schönen Wandbildern und der guten Beleuchtung, harmonierte mit unserer Bühnendekoration.Das einzigartige Bühnenbild strahlte in neuem Glanz und Licht. Von einer großen Leinwand, grüßte in voller Pracht und Farbe, die Kirchenburg Groß-Alisch, eine Neuanschaffung der HOG mit Hilfe des Künstlers Hans Folea Stamp.Eine angenehme Überraschung, ein wertvolles Bild, an dem wir noch viele Jahre Freude haben werden. Beim Betrachten unserer Kirchenburg, werden so viele Erinnerungen wach, schlummernde Gefühle und Hoffnungen geweckt, dass sich schon dafür die Fahrt nach Nürnberg, mehr als gelohnt hat. Die Bedienung und das Essen waren hervorragend. Das Personal war einfach Klasse.Flink, freundlich und professionell, wurde serviert und abgeräumt. Den Gästen blieb viel mehr Zeit für lockere Gespräche, Plausch und Austausch. Gestärkt durch Speise und Trank konnte man in aller Ruhe, zum :

Offizielle Teil unseres Treffens übergehen.

Der 2. Vorsitzende der HOG Groß- Alisch, Alfred Drotleff begrüßte alle Gäste aufs herzlichste, bedankte sich bei den Organisatoren, Mitwirkenden und Helfern, die für ein gutes Gelingen unseres Treffens beigetragen haben und weiterhin beitragen, für ihre Mühe und aufopfernde Arbeit. Mit tosendem Applaus würdigten die Gäste die genannten: Pfarrer Georg Schaser mit Ehefrau, für ihr kommen und die ergreifende Predigt, den Posaunenchor in der Besetzung Georg Zakel, Alfred Weber, Alfred Drotleff, an der Orgel, Kurt Gehann, den Organisatoren, Empfangsdamen sowie Dekorateuren in Kirche, Saal und Bühne, Meta und Albert Schuster, Doris und Dieter Ungar, Hannelore Fakesch, Irmtraud Teutsch, Irene Fakesch, Alida Binder, Traudi Zakel.Nach wichtigen organisatorischen Hinweisen, betreff Ablauf und Programm, gab er das Wort weiter an unseren 1. Vorsitzenden Wilhelm Paul. Dieser begrüßt die Anwesenden ganz herzlich und heißt alle willkommen beim 15. Groß- Alischer Treffen. Er lässt es sich nicht nehmen, allen schon vorher genannten, seinen Dank für ihren Einsatz auszusprechen, was alles andere als selbstverständlich ist. Er will nicht unerwähnt lassen, dass Pfarrer Georg Schaser, nun schon seit 10 Jahren, auf eigene Initiative, die Goldene Konfirmation organisiert, betreut und zelebriert. Er macht sich kundig nach dem Konfirmandenspruch jedes Einzelnen und erstellt Konfirmandenscheine auf eigene Kosten. Alle Achtung! Stolz und doch etwas traurig, weil es seiner Meinung nach, viel zu wenige sind, begrüßt er die Gäste in Tracht und wirbt dafür, dass sich mehrere trauen, diese schönen Erbstücke zu tragen.„Unser Prudner Freund „ wie er Lukas Geddert nannte, organisiert und sponsert auch in diesem Jahr, die traditionell gewordene Tombola. Seine Liebe zu Groß- Alisch hat tiefe Wurzeln, schon seit der Kindheit und Schulzeit. Er ist von unseren Treffen nicht mehr wegzudenken. Willi lenkte unsere Aufmerksamkeit auch auf den Infostand mit Anni Binder und Inge Paul mit einigen Neuheiten, wie : Info- Hefte für die im Foyer und im Saalnebenraum ausgestellten Schautafeln über die Siebenbürgische Schulgeschichte, beleuchtete Glaswürfel mit der dreidimensionalen Darstellung der Kirchenburg Groß- Alisch, hergestellt nach den Vermessungsarbeiten, können bestellt werden und werden nach Hause geliefert. Geehrt wurde auch die Älteste unter den Gästen. Sara Jakobi erhielt den Blumenstrauß. Aufmerksamen Gästen war es zu verdanken, dass die tatsächlich Älteste, Frau Elisabeth Schuller entdeckt und im Nachhinein auch geehrt wurde. Es folgt eine tiefere Betrachtung unserer Treffen, dabei spricht er von Erinnerungsveranstaltungen, Erinnerungsfesten und von einem noch unausgeschöpften Vorrat an gemeinsamer Geschichte der Menschen, nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Österreich und Großbritannien veranlasst her anzureisen um sich an gemeinsam Erlebtes zu erinnern, daran wärmen und  wenn auch nur für kurze Zeit, die gemeinsame Lebenswelt in Alisch, aufleben zu lassen. Seit dem 1. Groß- Alischer Treffen 1982 in Langen/ Hessen, sind nunmehr schon 30 Jahre ins Land gezogen. Glücklicherweise können wir uns alle 2 Jahre treffen und dankenswerterweise hat es in dieser Zeit immer Landsleute gegeben die sich für einen Zusammenhalt der Groß- Alischer eingesetzt haben. Ein Dank geht an alle, die sich für den Erhalt unserer HOG einsetzen. Nur mit hohem Einsatz und Gottvertrauen können wir unsere Arbeit und Aufgaben an die jüngere Generation weitergeben. Wo er Recht hat, hat er Recht!

Dennoch ist es unumstritten und unübersehbar dass in diesem Jahr viele Plätze leer geblieben sind, dass im Vergleich zu anderen Treffen, gut 200 Teilnehmer fehlten. Machen wir uns nichts vor, wir können den Lauf der Zeit nicht aufhalten. Der harte Kern der Leistungsträger und Dauerteilnehmer vergangener Jahre wird immer kleiner. Diese Generation wird älter schwächer, kränklicher oder hat uns für immer verlassen. 33 liebe Menschen in nur 2 Jahren weilen nicht mehr unter uns. Das ist viel, sehr viel. Zusammen mit den Kranken und Geschwächten, denen eine Anreise nicht mehr zumutbar ist, hinterlassen sie eine Riesenlücke in unseren Reihen, die so, nicht mehr geschlossen werden kann.Die nachkommenden Generationen, haben ganz andere Interessen und Bindungen. Haben keine oder kaum eine gemeinsame Geschichte, keine oder sehr wenige Erinnerungen auszutauschen. Das heißt aber noch lange nicht, die Flinte ins Korn werfen, ganz im Gegenteil. Ärmel hochkrempeln heißt die Devise, mutig neue Wege finden und einschlagen. Die Goldene Konfirmation ist ein Beispiel dafür. Anfangs waren es fast 40 Konfirmanden die mit ihren Familien anreisten, unser Treffen, erweiterte und belebte. Die folgenden Jahrgänge wurden immer kleiner, daran kann sich in den nächsten Jahren, auch wenn alle kommen würden, kaum etwas ändern.Neue Ideen und Kreativität sind gefragt, jeder gute Vorschlag ist willkommen.Die HOG Groß- Alisch, kann den Rahmen für zukünftige Treffen beim Treffen bilden.Das könnten Klassentreffen, Silberhochzeit, Goldene Hochzeit, Großfamilientreffen oder Kusinentreffen, zum Beispiel der Familien: Alischer, Binder, Fakesch, Freitag, Gitschner, Hermann, Homm, Hommner, Krammer, Kuttesch, Lang, Menning, Paul, Sander, Schuster, Türk, Weber, Wohl, Zakel, Zikeli usw. sein. 

Die Berichterstattung über die aktuelle Situation in Groß- Alisch  wirkt ernüchternd, nichts mehr ist wie es einmal war und wird auch nie mehr so sein. Die Besuche in der Heimat bringen nicht nur Freude, sondern oft auch Schmerz und Trauer. Aus Alisch wird langsam Seleus, die Häuser verlieren ihr ursprüngliches Gesicht, sie werden romanisiert, vom Friedhof wird weiterhin gestohlen, die Verhandlungen über den Verkauf der Schule sind auf Eis gelegt. Sorgen macht die große Glocke, hängt schief und die Orgel, muss generalüberholt werden.Aber es gibt auch erfreuliche Nachrichten, Wasser am Friedhof, Abfallsammelstelle, im allgemeinen gepflegte Gräber, die neue Holzfigur über der Turmuhr ist wieder an ihrem Platz, die Turmuhr wird in Stand gesetzt und nach über 60 Jahren wird das Schulglöckchen seinen Dienst wieder aufnehmen. Können wir uns noch darüber freuen ? , Bei der Frage: Wozu ? konnten nicht alle im Saal der Argumentation ihres Vorsitzenden folgen, nicht dessen Optimismus teilen. Schmerz , Bitterkeit und viele Enttäuschungen führen zu Resignation und Hoffnungslosigkeit.Freunde, dafür haben wir zu viel erlebt und mitgemacht. Aufgeben oder leichtfertig mit unseren Chancen umzugehen, war uns fremd. Eine Erbschaft antreten und bewahren für unsere Nachkommen, ist und bleibt unsere heiligste Aufgabe. Unser gemeinsames Erbe in Groß- Alisch ist unsere Kirchenburg, die Schule und die Gräber unserer Väter. Es lohnt sich, dieses Erbe für unsere Kinder und Kindeskinder zu pflegen und bewaren, solange wir noch dazu in der Lage sind. Zur Frage , Wozu ? Meine Antwort, -  ein Zitat von Martin Luther.Unser großer Reformator sagte : „ Und wenn ich wüsste dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch mein Apfelbäumchen pflanzen. „

Es folgte ein Appell an alle Groß- Alischer, beim Trachtenzug  in Dinkelsbühl 2011 dabei zu sein. Zum 1. Mal dabei sein, beim Pfingstreffen 2010, war eine große Herausforderung. Stolz die Feuerprobe erfolgreich bestanden zu haben, ist es wünschenswert dass man nun an diesen Erfolg anknüpft und die Bewährungsprobe mit viel mehr Teilnehmern, über die Bühne geht.In Abwesenheit des Kassenwartes Rudolf Menning, präsentiert Willi Paul auch einen, wiederum außerordentlich positiven Kassenbericht, erläutert einige Ausgaben, vor allem in Groß- Alisch, dankt allen HOG Mitgliedern für Beiträge und Spenden.Dann werden die bevorstehenden Neuwahlen angekündigt, dem alten Vorstand, wird für seine vorbildliche, oft aufopfernde Arbeit, herzlichst gedankt. Irene Fakesch, Traudi Zakel, Rudolf Menning und Silke Müller, stellen sich nicht mehr zur Wahl. Herzlichen Dank für teilweise 10 jährige Ehrenarbeit, den tosenden Beifall habt ihr euch reichlich verdient!

Die Wahl des neuen Vorstandes

Willi Alischer gilt längst als routinierter Wahlleiter. Dementsprechend ging auch die Wahl des neuen Vorstandes problemlos vonstatten.Nach seiner konstituierenden 1. Sitzung, sieht der aus 9 Mitgliedern bestehende Vorstand der HOG Groß- Alisch, für die nächsten 4 Jahre wie folgt aus:

Wilhelm Paul              1. Vorsitzender

Alfred Drotleff            2. Vorsitzender

Albert Schuster           Schriftführer

Hannelore Fakesch     Kassenwartin

Kurt Freitag                Jugendreferent

Irmtraud Teutsch         Beisitzerin

Helmut Homm             Beisitzer

Erika Schuster             Kassenprüferin

Horst Fakesch             Kassenprüfer

In dieser schnelllebigen Zeit und rasantem Wandel, dem auch die Struktur unserer HOG unterworfen ist, kann man diesen Vorstand für seine bevorstehenden Aufgaben und Tätigkeiten, wahrlich nicht beneiden, aber nach Kräften unterstützen. Das können wir!!! Ja, so wie diesmal alle, ohne Ausnahme, diszipliniert und interessiert, wie nie zuvor zugehört und mitgemacht haben, können wir das. Danke!

Zum unterhaltsamen Teil unseres Treffens  

  Sonstige Fotos

Als das Party-Trio mit Georg Zakel, Alfred Drotleff und Fritz Zakel, auf der Bühne erschien, ging die Party erst richtig los. Gerade die jüngeren Teilnehmer hatten schon lange vorher diesem Moment entgegengefiebert. Nun waren sie nicht mehr zu halten. Wie entfesselt wurde getanzt, gelacht, gesungen. Jung und Alt tummelte sich auf der Tanzfläche. Ein sorgfältig sortierter Schlager Mix, sorgte für hervorragende Stimmung und Laune. Für jeden war etwas dabei, alle kamen auf ihre Kosten. Zur besten Zeit waren gute 300 Teilnehmer im Saal. Vorteil für die Tänzer, sie freuten sich über viel mehr Platz. In einer der, für Tänzer und Musikanten absolut notwendigen Spritzpausen, fand die Tombola statt. Gleich 4 – 5 Kindern eiferten, wer das nächste Los ziehen darf. Es ging lustig zu, viele große und kleine Artikel fanden glückliche Gewinner. Mitten in dieser wunderbaren Unterhaltungsstimmung, verabschiedeten sich die ersten Paare, um die teilweise weite bis sehr weite Heimfahrt anzutreten. Erstaunlicherweise änderte sich auf der Tanzfläche relativ wenig. Die tanzfreudigen, meist Jugendliche und Junggebliebenen, blieben bis spät in der Nacht.Wie immer fiel der Abschied schwer. Trennungen sind sehr emotionale, intensiv gelebte und zeitlos erscheinende Momente, in denen man dem anderen noch so viel auf den Weg mitgeben will oder selbst noch mitnehmen möchte. Es kommt Wehmut auf, aber es überwiegt die Freude, dass man da sein durfte und konnte. Man geht mit einem guten Gefühl, voller Hoffnung und Zuversicht, dass dies nicht das letzte Treffen war. Vertrauen wir auch weiterhin, dass Gott uns Kraft schenkt unsere Probleme zu lösen, neue Wege zu finden und zu gehen. Vertrauen wir vor allem, dass er uns liebt, uns sucht aber oft nicht antrifft. Lassen wir ihn doch in unser Leben, in unsere Gemeinschaft kommen. Mit den Worten von Gerhard Ebeling ausgedrückt heißt das:  „ Nicht wo der Himmel ist, / ist Gott, / sondern wo Gott ist, / ist der Himmel .„ Das heißt aber nicht die Hände in den Schoß legen und erwarten, dass Gott alles für uns erledigt. Auch nicht zu fragen:“ Wozu ? , Macht doch keinen Sinn, da hilft auch Gott nicht.“ Natürlich nicht. Eine kleine Anekdote scheint dafür die richtige Antwort zu liefern: „ Ein Gläubiger betet Abend für Abend, Gott bitte lass mich einmal im Lotto gewinnen, Nach langer Zeit meldet sich Gott und sagt: Gib mir doch eine Chance, kauf dir ein Los.“ Natürlich sollen wir vor der Realität die Augen nicht verschließen, aber vor allem nicht stur an alten Strukturen festhalten. Auf den Puls der Zeit hören, Veränderungen akzeptieren und auch den Mut aufbringen, diese durchzuführen, wäre der richtige Weg. Beten wir dafür zu unserem Herrn mit den Worten von Reinhold Niebuhr: „ Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann; und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ In diesem Sinne freuen wir uns auf unser 16. Groß- Alischer Treffen. Es findet am 20 April 2013, an gewohnter Stelle statt.

Ich freue mich auf Euch ! Bleibt gesund ! Auf Wiedersehen !

Helmut Homm

 

 

Im Advent 2010

 

Liebe Mitglieder und Freunde der Heimatortsgemeinschaft Groß-Alisch,

dieser Brief soll Sie in die Advents- und Weihnachtszeit hineinführen und in ihr begleiten. Deshalb will ich schon jetzt den Blick auf das in unserer Tradition und Kultur größte Fest lenken: Weihnachten, Christgeburt. Bei meinem letzten Besuch in Groß-Alisch entdeckte ich zwei Leuchter in der Sakristei der Kirche. Der eine noch mit Schmuck vom letzten Leuchtergottesdienst aus dem Jahre 1992.  Aus Mangel an Kirchenmitgliedern, vor allem an Jugendlichen, hat die Pflege dieser schönen Tradition sein Ende gefunden. Erinnerungen wurden in mir wach und der Wunsch lebendig, diesen Brauch hier in unserer neuen Heimat wieder aufleben zu lassen. Ich erlaubte mir, mit der Zusage von Kurator Michael Fakesch, das Siebengestirn des einen Leuchters mit nach Deutschland zu bringen. Es soll der erste Schritt sein für den Bau eines neuen Leuchters und wenn Gott will, soll im nächsten Jahr  auch der Leuchtergottesdienst, nach Groß-Alischer Brauch,  in Nürnberg stattfinden. Es ist die Sehnsucht nach einem Symbol des Lebens und des Lichts, auf das sich alle gemeinsam ausrichten. Dieses   Symbol bringt uns Weihnachten nahe- uns dem Fest und das Fest uns: Licht und Hoffnung und Leben und Geborgenheit und Heimat finden wir nicht aus uns, sondern dies alles wird uns angeboten- angeboten von Gott, der in Jesus aus Nazareth an unsere Seite getreten ist. Wir nehmen das vergehende Jahr und alles, was es für uns bedeutete und was wir in ihm anstoßen und bewirken konnten, vor unser geistiges Auge und sind dankbar dafür. Von dieser Basis schauen wir schon voraus auf den Wechsel in das nächste Jahrzehnt und werden Sie, als treue Mitglieder und Freunde der HOG Groß-Alisch, in unsere Arbeit mit einbeziehen. Die „Groß-Alischer Nachrichten“ versuchen, durch ihre Berichte und Informationen aus Geschichte und Gegenwart rund um Groß-Alisch, Ihnen diese Arbeit vorzustellen. Auch unsere Homepage www.gross-alisch.de ist eine Informationsplattform die es sich lohnt anzuklicken. Jedes Jahr legen wir Ihnen die Arbeit der Heimatortsgemeinschaft ans Herz und bitten Sie um Ihre Hilfe in Form von Beiträgen oder Spenden. Wir sind dankbar, daß ein Teil unserer Mitglieder ihre Beiträge und Spenden rechtzeitig überweisen, damit die gesamte Arbeit der HOG erst möglich wird und bitten diejenigen, die damit noch im Rückstand sind, es nachzuholen. Dafür hat jeder ein Heimatblatt erhalten, es wird der Friedhof in Alisch, wo viele eine Grabstätte besitzen und sich nicht darum kümmern, gepflegt. Mit diesem Geld können wir einmal im Jahr die „Groß-Alischer Nachrichten“ herausgeben, einen Brief an jede Familie zu Weihnachten schreiben, jedem Verstorbenen, in Form eines Kondolenzbriefes, eines Grabschmuckes und Glockenläuten in Alisch gedenken, die Weihnachtsgeschenke nach Alisch und an Bedürftige in Deutschland verteilen, bei dem Erhalt der Kirchenburg, der Orgel, der Glocken, der Turmuhr und der Sonnenuhr uns beteiligen. Pfarrerin Agnes Köber leistet, mit beinahe übermenschlicher  Kraft, ihre Arbeit im Bezirk Schäßburg wo sie acht Gemeinden  betreut. Trotz vollem Terminkalender erhält sie, zusammen mit den wenigen Kirchenmitgliedern in Groß-Alisch, das Kirchenleben aufrecht. So werden sie auch in diesem Jahr den Gottesdienst zu „Heilig Abend“ in unserer Kirche feiern, wo alle Anwesenden ein Geschenk, in Form von Grundnahrungsmitteln erhalten und die 18 Kinder freuen sich auf die Christbescherung unter dem geschmückten Tannenbaum. Gerade an diesen Festtagen werden wir die Verstorbenen sehr vermissen. Manche werden alleine sein. Wir, der HOG- Vorstand bieten den Alleingebliebenen unser Hilfe an und versuchen die Hinterbliebenen zu trösten.

Liebe Landsleute und liebe Freunde, wir danken Ihnen für Ihre Treue, die sie uns auch 2010 gehalten haben, und für jede Art der Unterstützung. Wir laden Sie alle herzlich ein zu unserem 15. Groß-Alischer Treffen in Nürnberg, am Samstag den 30. April 2011. Der genaue Ablauf des Treffens erscheint in der nächsten Ausgabe der „Groß-Alischer Nachrichten“.

Mit dem Wunsch, daß das Weihnachtsfest bei Ihnen, in Groß-Alisch, in Österreich, in England, in Kanada, in Amerika, in Neuseeland und natürlich in Deutschland voller Segen und Frieden sein möge und das Neue Jahr uns weitere Begegnungen in Gesundheit ermöglicht, grüßt Sie herzlich, im Namen des Vorstandes

 

Ihr Wilhelm Paul

 

 

 

beim Trachtenumzug in Dinkelsbühl, Pfingsten 2010

 

 

Das 14. Heimattreffen der HOG Groß- Alisch in Nürnberg - Gartenstadt

 

Bei strahlendem Sonnenschein und leuchtend blauem Himmel, nahmen viele Groß- Alischer die Einladung zum 14. Heimattreffen der HOG Groß- Alisch dankend an und fanden sich gut gelaunt, am 25.April 2009, nun schon traditionsgemäß, in Nürnberg Gartenstadt ein.

Im Anblick der herzlichen Begrüßungen und innigen Umarmungen, vor dem Gesellschaftshaus und vor der Emmaus Kirche, floss manche Freudenträne. Anstrengungen und Strapazen welche viele auf sich genommen hatten waren vergessen und man war nur noch froh wieder da sein zu können. Ansteckende Freude und Dankbarkeit machte die Runde.

In dieser Hochstimmung betrat man, die nun schon fast heimisch gewordene Emmaus Kirche, festlich geschmückt von Irmtraud Teutsch, um miteinander nach alt bekanntem Ablauf  Gottesdienst wie in der Heimat, zu feiern.

Voller Vorfreude und ein wenig neugierig auf den, von vielen lang ersehnten Auftritt unseres langjährigen und letzten Pfarrers, vor der Wende, Prof. Dr. Berthold Köber, stimmte die Gemeinde, begleitet an der Orgel von Kurt Gehann, in das Loblied „ Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren „ , ein.

Die hochkarätige Predigt, war eine hochwertige Entschädigung für jeden Teilnehmer an diesem wunderbaren Gottesdienst. Ausgehend von der biblischen Aussage, „ Der Mensch lebt nicht vom Brot alleine ... „ beleuchtete Pfarrer Köber nacheinander brandaktuelle Fragen zu diesem Tag:  Warum feiern wir ? , Wozu HOG Treffen ? , Wozu Gottesdienst ? .

Ein bisschen Vergangenheit in der Gegenwart zu erleben, erinnern an die alte Heimat und frühere Zeiten erleben als wären sie jetzt, sind einige der Antworten, welche den Kern der Frage am ehesten treffen. Die alte Heimat ist anders geworden, aber sie ist und bleibt, Teil unseres Lebens, Teil unserer Identität.

Teile unserer Identität sind unsere vielfältigen Beziehungen zu den Menschen, zur Gesellschaft, zum Leben und zu Gott.

Wir haben innermenschliche Beziehungen als Ehemann, Vater, Groß- Alischer, Siebenbürger.

Als Teil der Gesellschaft, Landsmannschaft, HOG, Nachbarschaft oder Familie, haben wir soziale Beziehungen.

Was unsere Lebensansichten betrifft, leben wir in einem gesellschaftlichen Konsens, in selbstverständlicher Akzeptanz, die wir weitergeben wollen.

Bei unseren Treffen vergewissern wir uns unserer Identität und des Sinnes unseres Daseins.

Natürlich gehört der Gottesdienst dazu und ist sehr wichtig für unsere Beziehungen zueinander und zu Gott. Wir sind Gottes Kinder und unsere Beziehung zu ihm ist Teil unserer Identität. So können wir unseren Lebensweg im Lichte unseres Glaubens sehen.

„ Gedenke des ganzen Weges den dich der Herr geleitet „ spricht der Herr. Wir haben auf unserem Lebensweg viel Leid, Gefangenschaft und Knechtung , aber auch viel Gutes und Segen erfahren. Uns wurden neue Möglichkeiten eröffnet, wir haben eine neue Heimat gefunden. Was wir sind und haben, ist ein Geschenk von Gott, gibt Anlass zu Dankbarkeit und Dank, gibt Grund zur Freude.

Haben wirklich alle Grund zur Freude und Dankbarkeit ? Viele mussten durch Trennung, Verluste und Tod, schweres Leid erfahren und ertragen. Die Antwort lautet eindeutig JA, unser Gott war da, hat uns begleitet, sein Sohn hat freiwillig auch für uns gelitten, Schmach und Tod auf sich genommen und ist durch seine Auferstehung zu unserem guten Hirten geworden. Er hat uns, wie es Psalm 23 sinngemäß heißt, nicht alleine gelassen, hat uns auch durch die dunkelsten Täler begleitet und hat uns Kraft zum tragen und ertragen geschenkt. Bildlich ließ Pfr. Köber mit Hilfe eines schönen Gedichtes die Gemeinde, jeden einzelnen von uns, auf seinen zurückgelegten Lebensweg schauen, auf zwei nebeneinander laufende Spuren, die gerade für schwersten Zeiten, nur als Einzelspur wahrgenommen werden können und ließ uns wissen, dass Gott uns auf diesen Strecken keineswegs verlassen, allein gelassen, sondern getragen hat. 

Diese frohe Botschaft lässt uns hoffen und glauben, dass er uns „ den ganzen Weg begleitet „.

Auch in diesem Jahr war die goldene Konfirmation der Jahrgänge 1944 und 1945, organisiert von Gerda Roth, fester Bestand unseres Gottesdienstes. Von 27 Konfirmanden konnten leider nur acht teilnehmen und zur Einsegnung vor den Altar treten. Schade für die Fehlenden.

Beim Toten- Gedenken wurden wir wieder an unsere eigene Sterblichkeit und die Vergänglichkeit dieser Welt erinnert. 24 liebe Menschen sind in den letzten zwei Jahren von uns gegangen, durch Vorlesen ihrer Namen wurden Sie uns ein letztes Mal in Erinnerung gebracht, in stiller Andacht lauschten wir dann den friedlichen Klängen des Posaunenchores.

Beim anschließenden Abendmahl ergänzten sich Pfarrer Köber und Pfarrer Lothar Schullerus jun. beim Austeilen der Hostien und des Weines, zu aller Freude in Einklang und Harmonie.

Mit dem Ausgangslied „ Nun danket alle Gott, mit Herzen, Mund und Händen „ fand der Gottesdienst, an den man sich gerne zurück erinnern wird und von dessen reichem Inhalt wir nun die nächsten zwei Jahre zehren können und dürfen, einen würdigen Abschluss.

FOTOS

 Beim Einzug in das Gesellschaftshaus, wurden wir von den Empfangsdamen, herzlichst begrüßt und unsere Brust, mit dem Groß- Alischer Wappen geschmückt. Saal und Bühne, von Edeltraud Zakel, Irmtraud Teutsch, Irene Fakesch, Alida Binder und Meta Schuster, liebevoll dekoriert, wirkten heimisch, einladend. Die Kanada Fahne, als Zeichen der Freundschaft und Verbundenheit mit unseren Landsleuten aus Übersee, vervollständigte das gewohnte Bild.

Nach Stärkung mit Speise und Trank, nach lockerem Austausch und Plausch, wobei es laut, lustig und oft auch ernst zuging, mit einem Kommen und Gehen, wie in einem Taubenschlag, kam der, bei vorherigen Treffen von zu vielen, als lästig empfundene und mehr oder weniger ignorierte, Offizielle Teil unseres Treffens.

Alfred Drotleff,  2. Vorsitzender der HOG Groß- Alisch, richtete einen Willkommensgruß an alle Teilnehmer, dankte den Vorbereitern und Mitwirkenden, in der Kirche und im Gottesdienst, sowie am Empfang, Saal- und Bühnendekoration, am Info und Bücherstand, für ihre Mühe und Arbeit. Mit Hinweisen auf den Ablauf und Programm gab er das Wort an Wilhelm Paul, 1. Vorsitzender der HOG Groß- Alisch.

Nach herzlichem Willkommensgruß zum 14. Groß- Alischer Treffen, gestand er ehrlich, wie schon in den vergangen Jahren hin und hergerissen zu sein, in welcher Sprache, hochdeutsch oder sächsisch, er seine Ansprache halten sollte, sprach dann, für alle verständlich, alternativ sächsisch und deutsch.

Vornweg ließ er eine sehr ernst gemeinte Bitte los:  Zieht doch bitte, bei Gelegenheiten wie heute, die wunderschöne siebenbürgische Tracht an. Es wäre tatsächlich ein großer Gewinn und ein noch schönerer Anblick, wenn nicht immer nur die am Programm Mitwirkenden, sondern die große Mehrheit, in Tracht erscheint.

In seinen Danksagungen, an die Pfarrerseheleute Köber und Schullerus, für die Gestaltung des Gottesdienstes und für ihre Liebe zu den Groß- Alischern, an den Organisten Kurt Gehann, an den Posaunenchor mit Georg Zakel und Fredi Drotleff, an die Organisatoren des Treffens : Albert Schuster, Irmtraud Teutsch, die Damen am Empfang und an den Wirt Werner Franz, der uns zum letzten Mal bewirtet, wurde keiner vergessen.

Der Blumenstrauß, der jedes Jahr für außergewöhnliche Leistungen übergeben wird, ging diesmal an Elisabeth Maurer, für den schönen Wandbehang „ Siebenbürgen süße Heimat „, welchen sie mit viel Liebe und künstlerischer Begabung selbst genäht und der HOG gespendet hat, ein wahres Schmuckstück für unsere Bühnendekoration. Erwähnenswert auch die schöne Tischdecke, eine Gabe von Sofia Schuster, die uns immer an sie erinnern wird..

Die Bilanz der letzten zwei Jahre begann mit einer ernüchternden Feststellung, „Wir sind alle älter geworden, ja wir werden von Treffen zu Treffen sichtbar älter“; erfreulicherweise haben wir für genügend Nachwuchs gesorgt und können froh sein, dass die kommende Generation auch in diesem Jahr so zahlreich und stark, vertreten war.

Die Geschlossenheit unserer HOG zeigt sich vor allem in Trauerfällen und freudigen Anlässen, wie  Hochzeiten, Nachwuchs und Taufen, aber auch bei unseren Treffen und auf gemeinsamen Reisen. Wir wollen hoffen, dass es weiterhin so bleibt und unsere Beziehungen nicht abreißen. Dafür sollten wir unsere Groß- Alischer Nachrichten, die nach sieben Ausgaben, im Bewusstsein vieler Menschen, als kostbare Nachrichten angekommen sind, noch mehr nutzen.

Als Bindeglied zwischen gestern und heute, zwischen alter und neuer Heimat, soll dieses wunderbare Heft auch als Instrument zur Vertiefung unserer Beziehungen dienen. Durch Beiträge , Fotos, Kurzberichte, von allen möglichen Ereignissen, lassen wir, wie in alten Zeiten, alle Groß- Alischer, Freud und Leid, mit uns zu teilen.

Das beste Beispiel dass es sich lohnt Beziehungen zu pflegen und zu intensivieren, ist die sehr erfolgreiche Kanada und USA Reise, wo man außer den vielen, von atemberaubender Schönheit geprägten Sehenswürdigkeiten, auch Menschen aus Siebenbürgen, die seit dem Krieg oder länger, auf dem amerikanischen Kontinent, eine neue Heimat gefunden haben, trotzdem Heimatverbunden, Bräuche und Traditionen erfolgreich pflegen, kennen lernen durfte. Die Höhepunkte dieser großartigen Reise, präsentierte Albert Schuster, parallel zur Ansprache auf der Leinwand.

 Um einen reibungslosen Versand der Groß- Alischer Nachrichten zu gewährleisten, wurden alle Teilnehmer gebeten, ihre Daten, am Infostand, mit Anna Binder und Inge Paul, zu aktualisieren. Als Mitglied des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde e.V. Heidelberg, Sektion Genealogie, hob Willi Paul, die Wichtigkeit der Familienforschung und die damit verbundene Notwendigkeit der sorgfältigen Ausfüllung und schnellstmögliche Rücksendung, der verteilten Formulare hervor.

Mit sichtlicher Freude brachte er dann die frohe Botschaft, dass Groß- Alisch, endlich wieder einen Pfarrer, besser gesagt, seine erste Pfarrerin, Agnes Köber, die am 9. Mai 2009 öffentlich eingeführt wird, hat und wünschte eine fruchtbringende Zusammenarbeit.

Die Ansprache endete mit einem herzlichen Dank an die Mitglieder des Vorstandes für die gute Zusammenarbeit, und das zielstrebige Bemühen, unsere HOG am Leben zu erhalten.

Seit 8 Jahren wirkt und handelt dieser Vorstand in Einklang und Harmonie, wie man es nur selten antrifft und gilt deshalb als Vorbild für viele HOG`s . Vieles wurde in dieser Zeit auf den Weg gebracht, viele freie Stunden sind für eine gut funktionierenden Gemeinschaft, geopfert worden. Tröstlich und zuversichtlich kam die Feststellung „ Ich glaube unser Vorhaben ist uns gelungen“. Man darf ergänzen: die Mühe hat sich gelohnt. 

Rudolf Menning präsentierte einen außerordentlich positiven Kassenbericht. Die Zahlen konnten die vorbildliche Arbeit der HOG, präzise verdeutlichen.

Diesmal gebührt ein ehrliches Lob und Dank allen Teilnehmern, für ihr ruhiges, diszipliniertes Verhalten. Ungestört und ohne die Lautstärke erhöhen zu müssen, konnten alle Redner ihre Begrüßungen, Ansprachen, Berichte und Anliegen vortragen. Das zeigt reges Interesse und Anteilnahme am Leben unserer HOG, würdigt und entschädigt Organisatoren, Helfer und Helfershelfer, für ihren, nicht selbstverständlichen Einsatz. Ein begrüßenswertes Verhalten, dass wünschenswerter  Weise, in Zukunft Schule machen sollte.

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Der kulturelle Teil war ein stolzes, ausbaufähiges Kurzprogramm, dass gut ankam.

Unsere Jugendreferentin Silke Müller, führte mit ihrer kleinen aber feinen Tanzgruppe, in sächsischer Tracht, mehrere Volkstänze auf. Die Begeisterung und der Beifall waren groß, es gab Zugaben, bis den Tänzern die Puste ausging. Eine Steigerung, was die Beteiligung betrifft, ist in Zukunft mehr als wünschenswert.

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Die Gesangsliebhaber fanden sich in einem großen Kreis und begeisterten mit vielen bekannten Volksliedern, in sächsischer und deutscher Mundart, begleitet am Akkordeon von Hans Jakobi. Da wurde manch schöne Erinnerung wach, stahl sich die eine oder andere Freudenträne, aus glückstrahlendem Auge.

Herr Lukas Geddert , großzügiger Freund und ausgezeichneter Haus- Fotograf der Groß- Alischer, sorgte nicht nur für hervorragende Bilder, die demnächst wieder auf unserer Homepage zu bewundern sein werden, sondern organisierte auch die Tombola. Er spendete  viele, teilweise sehr wertvolle Gegenstände, aus dem eigenen Geschäft und auch den Erlös aus der Tombola, der HOG. Das verdient höchsten Respekt und Hochachtung.

Im Unterhaltungsteil unseres Treffens kamen alle, Jung und Alt auf ihre Kosten.

Das sehnsüchtig erwartetet Party-Trio mit Georg Zakel, Alfred Drotleff und Fritz Zakel wurde mit tosendem Applaus empfangen, spielte nun zum Tanz auf und sorgten für gute Stimmung und noch bessere Laune. Die gute Musik verzauberte und beflügelte jeden einzelnen. Glücklich lachende Tanzpaare , wie entfesselt tanzende Jugend, still lauschende ältere Menschen, verträumte Gesichter, und ausgelassene Freude, prägten das sich dem Betrachter bietende Bild. Stimmungsmäßig wurden die fast 100, zahlenmäßig fehlenden Teilnehmer, im Vergleich zum letzten Treffen, durch den hohen Anteil an jungen Leuten und Jugendlichen, mehr als wett gemacht.

Die Unterhaltung dauerte bis spät in die Nacht. Nur schweren Herzens konnte man sich trennen, verabschieden und den Heimweg antreten.

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Erfreulicherweise waren alle Verabschiedungen von einer Wiedersehenshoffnung geprägt.

Voller Zuversicht und Hoffnung blickt man in die Zukunft und auf spätere Treffen.

So Gott, der uns durch alle Höhen und Tiefen geleitet, begleitet und getragen hat will, dass wir am Leben und gesund bleiben, gibt es für alle, ob älter oder jünger, ein Wiedersehen.

Aus unserer Erfahrung, aber auch aus der Predigt wissen wir, dass wir auch in den dunkelsten und trübsten Tagen, nie allein waren. Gott war uns immer nahe, hat uns nie verlassen und seine Zusage gilt auch für den Rest unseres Weges.

Sich bei unseren Treffen, seiner Identität und der Festigkeit bestehender Beziehungen zu vergewissern, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wagen wir doch mutig auch weitere Schritte und nehmen gemeinsam an den Bemühungen, diese HOG am Leben zu erhalten, teil,

lasset uns doch wie in alten Zeiten, Freude und Leid miteinander teilen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt ! So lange wir leben, dürfen wir hoffen ! Das ist doch wunderbar !

Unser Gott war, ist und bleibt uns gnädig. „ Mancher, der sich vor dem Gericht Gottes zu sehr gefürchtet hat, wird sich in der Ewigkeit ein klein wenig schämen müssen, dass er dem Herrn nicht noch mehr Gnade zugetraut hat „ Mit diesen Worten von Johann Albrecht Bengel, möchte ich schon in die Zukunft blicken, auf unser 15. Treffen, es wird wieder wunderbar sein. Die Zeit wird schnell, viel zu schnell vergehen, Gesundheit, Freude, Glück und Gottvertrauen, möge uns bis dahin begleiten.

Hoffen und freuen wir uns auf unser Wiedersehen 2011.

Helmut Homm

 

 

 

Groß-Alisch im Oktober 2008

Fotos mit Herbstimpressionen einer Reise nach Groß-Alisch von Cornel Ghiurca.

 

 

„Ich fühle mich als Siebenbürger!“,

bekannte am 4. Juli 2008 so mancher in Kanada ansäßige Siebenbürger Sachse beim Kulturtreffen im Transilvania-Klub in Kitchener.

Auf besonderen Wunsch und auf  Einladung von Frau Käthe Paulini, der ehemaligen Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in  Kanada, besuchten  die Reisenden der Heimatortsgemeinschaft Groß-Alisch – darunter auch eine Tanz- und Musikgruppe - auf ihrer Fahrt durch Kanada und die USA die Stadt Kitchener. Das Ziel ihrer Reise, mit den seit Jahrzehnten in Nordamerika beheimateten Siebenbürger Sachsen engere Kontakte zu knüpfen, erfüllte sich bei dieser Begegnung in wunderbarer Weise sowohl im Austausch von Gedanken zur Findung einer neuen Identität in einer neuen Heimat - ohne in Widerstreit mit der jedem innewohnenden Bindung an die alte Heimat zu geraten - als auch in den traditionellen Darbietungen von Musik und Tanz, welche die unverwechselbare Tradition unserer siebenbürgischen Volkskunst ausmachen. 

Der Empfang am 3. Juli in Kitchener, der ersten Station der Reise, war sehr herzlich und die Begrüßungsrede von Frau Paulini bei dem Abendessen im Transylvania-Klub war einfühlsam und herzerwärmend, so daß die anfänglichen Hemmungen bald wichen und sehr lebhaft in Deutsch, Sächsisch und Englisch geplaudert wurde. Bereits an diesem ersten Abend erfuhren wir, daß große Erwartungen an uns gestellt wurden. Die Plakate, die überall aushingen, verkündeten einen kulturellen Gesellschaftsabend mit Gästen aus Groß-Alisch /Siebenbürgen, der lokale Radiosender in deutscher Sprache für Ontario hatte ebenso unsere Ankunft bekannt gegeben und das siebenbürgische Informationsblatt der lokalen Presse so wie auch die Kirchenblätter der evangelischen Kirchen hatten einen außergewöhnlichen Abend mit Landsleuten aus Deutschland im Transylvania-Klub angekündigt.

Doch dieser 4. Juli bot uns zuerst noch zwei wahrhaft interessante und schöne Erlebnisse.

Auf einer Rundfahrt durch das Siedlungsgebiet der Mennoniten, einer Glaubensgemeinschaft aus Deutschland, die hier seit über 100 Jahren im Raum St. Jacobs - Elmira - West Montrose siedeln, hatten wir Gelegenheit, den Ausführungen eines Mennoniten-Farmers zu folgen. Auf diesen Farmen wurden die Siebenbürger Sachsen in den ersten Jahren ihrer Einwanderung in Kanada gerne aufgenommen, so daß zu manchen Familien auch heute noch der Kontakt besteht.

Der nachmittägliche Empfang im Garten der Familie Paulini zu Kaffee und siebenbürgischem Kuchen sollte zum zweiten unvergeßlichen Erlebnis dieses Tages werden. Wir lernten die Familie kennen, erfuhren viel über das Leben unserer Siebenbürger Sachsen in Kanada und sangen in dieser familiären Atmosphäre zusammen bekannte Lieder aus der alten Heimat.

Den Höhepunkt des Tages bildete aber der festliche Gesellschaftsabend im Transylvania-Klub. Hier gab es die ersten Wiedersehensfreuden mit Groß-Alischern, die als Jugendliche ausgewandert oder durch die Kriegsfolgen nach Kanada verschlagen worden waren und nun zu diesem Treffen aus der ganzen Provinz Ontario, aus Windsor, Aylmer, Waterloo, Clear Creek angereist waren, um ihre Landsleute zu treffen. In den „Groß-Alischer Nachrichten“ die wir all unseren Groß-Alischern auch ins Ausland zuschicken - sofern wir ihre Anschrift kennen - und die auch im Transylvania-Klub ausgelegt werden, hatte man voneinander gelesen und war gespannt auf die Begegnung. „Ich fühle mich als Siebenbürger!“, hörten wir immer wieder, wenn auch in wackeligem Deutsch oder in einen englischen Satz eingebaut. Die meisten aber sprechen noch unser „Sächsisch“ oder verstehen es mindestens.

Die annähernd 370 Menschen, die an diesem Abend in den Festsaal des Transylvania-Klubs gekommen waren, wollten sich mit uns austauschen, uns aber auch ein schönes kulturelles Programm bieten.

Der Klubpräsident Alfred Löwrick eröffnete den Gesellschaftsabend indem er alle Gäste und ganz besonders die Groß-Alischer aus Deutschland begrüßte. Diesen dankte er ganz herzlich dafür, daß sie den kulturellen Austausch angeregt hatten, um damit die Verbindung der Siebenbürger Sachsen weltweit zu festigen.  
Die Hauptrednerin und Organisatorin dieses Abends, Frau Käthe Paulini, die das Amt des Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Kanada 10 Jahre lang inne gehabt hat, überbrachte Grüße von John Werner, des amtierenden Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Kanada, der sehr bedauerte, an diesem Abend nicht teilnehmen zu können.

In einer sehr bewegenden Rede betonte sie die Bedeutung solcher Treffen in dem Leben der Siebenbürger Sachsen in Kanada. Es sei immer ein Auftanken von Wissen, Gefühlen und Erfahrungen. Kurz umriß sie die Aufgaben der Pflege des siebenbürgischen Kulturgutes in Kanada: Von Beginn an hätten sich die Einwanderer auf wenige Orte beschränkt, wo sie schnell Kontakt zueinander gefunden,  Klubs und Vereine gegründet und ein lebhaftes Gemeinschaftsleben ins Leben gerufen hätten, um ihre mitgebrachten Werte, ihre siebenbürgisch-sächsische Kultur zu pflegen und um diese an ihre Kinder weiterzugeben. Aus diesem Geist sei auch dieses Haus, der Transylvania-Klub, das kulturelle Zentrum der Siebenbürger Sachsen aus Kanada  als eine Zelle siebenbürgisch-sächsischen Lebens entstanden.

Heute ist Kanada die Heimat dieser Siebenbürger Sachsen. Sie sind integriert. Sie sind hier in Kitchener, das bis 1916 Berlin hieß und dessen Bevölkerung zu 80% deutscher Herkunft ist, als tüchtige, fleißige und pflichtbewußte Menschen bekannt. Sie sind patriotische Kanadier ohne ihr ethnisches Erbe aufzugeben oder gar zu verleugnen. Ja, sagte Frau Paulini, man könne auch nach so vielen Jahren der Auswanderung aus Siebenbürgen Siebenbürger Sachse in Kanada sein! Sie seien Mitglieder der weltweiten Föderation der Siebenbürger Sachsen und seien bestrebt, mit den Landsleuten in Deutschland, in Österreich, in den USA und in Siebenbürgen in Verbindung zu bleiben. Dazu dienten der Kulturaustausch und die Jugendlager und nicht zuletzt auch dieser Gesellschaftsabend, für dessen Zustandekommen sie sich herzlich bei der Gruppe der HOG Groß-Alisch und auch bei mir, als ihrem Vorsitzenden bedankte. Als Abonnentin der „Groß-Alischer Nachrichten“ verfolge sie mit großem Interesse die umfangreichen Aktivitäten der HOG Groß-Alisch, insbesondere deren Fürsorge für ihr Heimatdorf in Siebenbürgen.

Bewegt von dem herzlichen Empfang und den vielen Gästen die dem Aufruf gefolgt waren, sich mit der Groß-Alischer Gruppe zu treffen, bedankte ich mich als Vorsitzender der HOG Groß-Alisch, bei dem Klubpräsidenten, und vor allem bei Frau Käthe Paulini, die mit viel Engagement und Energie den Aufenthalt der Groß-Alischer in Kitchener und ganz besonders den Gesellschaftsabend zu einem unvergeßlichen Erlebnis gemacht hatte. Besonders wichtig erschien mir, darauf hinzuweisen, wie wichtig es sei, sein Heimatdorf nicht ad acta zu legen, wie unerlässlich es für die Erhaltung der Kulturleistung unserer Vorfahren sei, die kirchlichen Einrichtungen und den Friedhof zu erhalten und zu pflegen. Mein Wunsch, die geknüpfte Beziehung zum Transylvania-Klub weiter auszubauen und zu pflegen, wurde vor allem von der Jugendtanzgruppe begrüßt. Da es vereinzelt in der Provinz Ontario  deutsche Sonntagsschulen gibt und die Kinder und Jugendlichen fast nur englisch sprechen, wäre auch ein Schüleraustausch in siebenbürgischen Familien sehr sinnvoll.

Den künstlerischen Rahmen bildete natürlich die Musik und der Tanz:

Die Blaskapelle des Transylvania-Klubs unter der Leitung von Jeremy Frim spielte zur Begrüßung eine flotte Polka. Mit weiteren musikalischen Darbietungen begleiteten sie das ganze Abendprogramm. Gekonnt und mit viel Elan sang der weit über Ontario hinaus bekannte Transylvaniachor, der seit 57 Jahren besteht, unter der Leitung seines Dirigenten Ian Clark mit der Klavierbegleitung durch Elison Clark alte deutsche und siebenbürgische Lieder. Die beiden Schwestern Kolina und Kelsey sangen für die Gäste ein deutsches Kinderlied. Die Kindertanzgruppe des Transylvania-Klubs unter der Leitung von Hannelore Maithert zeigten in den vorgeführten Tänzen nicht nur ihr Können sondern auch ihre sehr schönen siebenbürgischen Trachten, die im Handarbeitskreis des Transylvania-Klubs genäht worden waren. Und die Jugendtanzgruppe des Transylvania-Klubs führten unter der Leitung von Daniel Schmidt in altdeutscher Tracht mit großer Professionalität Volkstänze vor.

Gespannt hatten die Gäste auf den Auftritt der Groß-Alischer Tanzgruppe gewartet. Mit der „Recklich Med“ erntete diese dann einen Riesenapplaus, auch wenn sie sich nicht mit der Jugendtanzgruppe messen konnte. Die Tanzpaare durften den anschließenden Tanzabend, mit einem Wiener Walzer eröffnen. Dazu lud die Groß-Alischer Musikband „Party Trio“ ein. Ihr Programm begeisterte Jung und Alt, so daß auf der großen Tanzfläche eine gute Stimmung aufkam.   

Wehmut schlich sich in den Abschied, doch auch etwas Hoffnung, daß dieses Treffen und dieser unvergeßliche Abend, nur ein Anfang gewesen sind für eine lange Beziehung über den Ozean hinweg, eine Verbindung die durch eine alte, aber lebendig gebliebene Heimat zustande gekommen ist und wohl auch weitergeführt werden wird.

Unser herzlicher Dank gilt den kanadischen Gastgebern!

Fotos

Wilhelm Paul , Juli 2008

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